SUMMERCHILD
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Summerchild creates music like sunlight caught in glass — fragile, poetic, and quietly transformative. Blending cinematic piano with ethereal vocals and organic textures, each piece drifts between dream and memory, between what was and what aches to be. Rooted in a deep connection to nature and emotion, the songs trace thresholds: between word and silence, between becoming and being. Music for those who still believe in wonder.
Behind the music stands Mika Maria Schöberl — musician, songwriter, researcher, and author — who believes that sound can reopen what sorrow and ache once sealed. Summerchild has been Mika Maria's music project since 2015.
Summerchild erschafft Musik wie Sonnenlicht, das sich in Glas verfängt — zerbrechlich, poetisch und still verwandelnd. Mit filmischen Klavierklängen, ätherischem Gesang und organischen Texturen bewegen sich die Stücke zwischen Traum und Erinnerung, zwischen dem, was war, und dem, was sich danach sehnt, zu sein. Tief verwurzelt in Natur und Emotion zeichnen die Songs Schwellenräume nach: zwischen Wort und Stille, zwischen Werden und Sein. Musik für jene, die noch an das Wunder glauben.
Hinter der Musik steht Mika Maria Schöberl — Musiker*in, Songwriter*in, Wissenschaftler*in und Buchautor*in —, überzeugt davon, dass Klang wieder öffnen kann, was Schmerz und Sehnsucht einst verschlossen. Summerchild ist seit 2015 Mika Marias musikalisches Projekt.
Hinter den Kulissen Behind the Scenes
Alles hier ist von Hand gemacht. Das Klavier spiele ich selbst, den Synthesizer bediene ich selbst, die Flöten sind meine, und die Stimme auch. Für einen Sänger halte ich mich dabei nicht: sie ist mir ein Instrument unter vielen. Und was in einem Stück leise durch den Hintergrund geht, ein Flötenton, ein Klopfen, ein Klang, den man kaum bemerkt und sofort vermisst, wenn er fehlt: auch das habe ich gespielt.
Everything here is made by hand. I play the piano, I work the synthesiser, the recorders are mine, and so is the voice. I do not think of myself as a singer: the voice is one instrument among several. And whatever moves quietly through the background of a piece, a flute, a knock, a sound you barely notice and would miss the moment it was gone: I played that too.
Aufgenommen wird bei mir zu Hause, zwischen Bücherregalen. Makellos wird dort nichts. Ein Ton, der zittert, verrät, dass jemand da gewesen ist. In einer Zeit, in der immer schwerer zu unterscheiden ist, was gewachsen und was hergestellt wurde, halte ich das für keine Kleinigkeit.
It is all recorded at home, among bookshelves. Nothing comes out flawless there. A note that trembles is the proof that somebody was present. At a time when it gets harder to tell what grew from what was manufactured, I do not think that is a small thing.
Vieles, was am Ende bleibt, war anfangs ein Zufall: ein Griff daneben, eine Flöte, die zu früh einsetzt, ein Rauschen, das ich nicht weggenommen habe. Man muss die sichere Seite verlassen, um zu finden, wonach man nicht gesucht hat. Die schönsten Fehler sind die, an denen ein Stück zu atmen beginnt.
A lot of what survives started out as an accident: a finger in the wrong place, a flute coming in early, a hiss I did not take out. You have to leave the safe side to find what you were not looking for. The best mistakes are the ones where a piece begins to breathe.
Zwischen Klassik, Pop und allem dazwischen ziehe ich keine Grenze. Ich spiele, was mich bewegt. Und Musik geht immer in zwei Richtungen: jemand spielt, jemand hört, und dazwischen entsteht etwas, das keiner von beiden allein hätte machen können.
Between classical, pop and everything in between I draw no line. I play what moves me. And music always runs both ways: someone plays, someone listens, and between the two something appears that neither could have made alone.
Von allem, was hier zu hören ist, tritt die Stimme am seltensten hervor. Gesang ist ein eigenes, über Jahre verfeinertes Handwerk – getragen von Atem, Körper und der bewussten Gestaltung jedes Tons. Diese Kunst bewundere ich sehr.
Meine Stimme erfüllt hier eine andere Aufgabe: Sie kommt dort hinzu, wo ein Lied eine menschliche Nähe braucht, die kein anderes Instrument erzeugen kann. Nicht als Mittelpunkt, sondern als weitere Klangfarbe – unmittelbar, verletzlich und unverwechselbar. Denn die Stimme ist das persönlichste Instrument, das wir besitzen: Sie entsteht im eigenen Körper und ist immer bei uns.
Of everything to be heard here, the voice steps forward least often. Singing is a craft of its own, refined over years – carried by breath, by the body, and by the deliberate shaping of every note. I admire that art a great deal.
My voice has a different task here: it comes in where a song needs a human closeness that no other instrument can create. Not as the centre, but as one more colour – immediate, vulnerable and unmistakable. For the voice is the most personal instrument we own: it forms inside our own body, and it is always with us.
Made by Hand Handgemacht
Where words no longer reach, music begins. It comforts, it connects, and it reminds us who we once were. It can pass something on without lecturing, and carry us through times we have found no language for ourselves. And it is political: whoever decides what we hear also shapes what we feel.
Our relationship with music is changing right now. Algorithms sort what reaches us. Artificial intelligence can produce in seconds what once took people time, experience and nerve. Everything sounds cleaner, more precise, smoother. But when did we start taking the flawless for the better?
I have nothing against technical means or perfectly produced music. What occupies me is what threatens to grow quieter alongside it: the immediate. People who play in a living room for five, or on a stage for five thousand. People who get to know an instrument until it becomes their own voice. Music in which a breath, an uncertainty or a small deviation is not a mistake, but a sign that somebody here really means something.
Music like that does not come about on its own. It needs people who turn up, listen, pay and pass it on. People who look not only for the next perfect sound, but for a real encounter.
So I start with myself. Every instrument on these recordings I played with my own hands. And one after another I sing the songs that shaped and accompanied me. Not to make them flawless, but to give them my own voice.
Perhaps you hear in them not only what I play, but something of what moves me and made me the person I am today.
Wo Worte nicht mehr reichen, beginnt Musik. Sie tröstet, verbindet und erinnert uns daran, wer wir einmal waren. Sie kann etwas vermitteln, ohne zu belehren, und uns durch Zeiten tragen, für die wir selbst noch keine Sprache gefunden haben. Und sie ist politisch: Denn wer bestimmt, was wir hören, beeinflusst auch, was wir fühlen.
Gerade verändert sich unser Verhältnis zur Musik. Algorithmen sortieren, was zu uns gelangt. Künstliche Intelligenz kann in Sekunden erzeugen, wofür Menschen früher Zeit, Erfahrung und Mut brauchten. Alles klingt sauberer, genauer, glatter. Aber wann haben wir eigentlich angefangen, das Fehlerlose für das Bessere zu halten?
Ich habe nichts gegen technische Möglichkeiten oder perfekt produzierte Musik. Mich beschäftigt nur, was dabei leiser zu werden droht: das Unmittelbare. Menschen, die in einem Wohnzimmer für fünf Leute spielen oder auf einer Bühne für fünftausend. Menschen, die ein Instrument so lange kennenlernen, bis es zu ihrer eigenen Stimme wird. Musik, in der ein Atemzug, eine Unsicherheit oder eine kleine Abweichung nicht als Fehler erscheint, sondern als Zeichen dafür, dass hier jemand wirklich etwas meint.
Solche Musik entsteht nicht von allein. Sie braucht Menschen, die hingehen, zuhören, bezahlen und weitererzählen. Menschen, die nicht nur nach dem nächsten perfekten Klang suchen, sondern nach einer echten Begegnung.
Also fange ich bei mir selbst an. Jedes Instrument auf diesen Aufnahmen habe ich eigenhändig gespielt. Und nach und nach singe ich die Lieder, die mich geprägt und begleitet haben. Nicht, um sie makellos zu machen, sondern um ihnen meine eigene Stimme zu geben.
Vielleicht hört man darin nicht nur, was ich spiele, sondern auch etwas von dem, was mich bewegt und zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin.